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Dauerpraktikanten sind unrentabel…

Soziale und politische Argumente gegen Ausnutzung von Praktikanten und gegen Dauerpraktika bekommen unerwartete Schützenhilfe aus der Betriebswirtschaftslehre: “Für Firmen sind Dauerpraktikanten ein Fiasko”.

Kostenreduzierung sei die wesentliche Motivation für Unternehmen, einen nach dem anderen gering entlohnten oder unbezahlten Praktikanten einzustellen. Diese Rechnung geht jedoch nach Ansicht von BWL-Prof Scholz aus Saarbrücken nicht auf. Langfristig gesehen wirke sich eine solche Strategie sogar negativ auf einen Betrieb aus (siehe spiegel-online.de).

In den vergangenen Monaten wurden über 100.000 Unterschriften für faire Praktika gesammelt (siehe unser Beitrag vom 30.01.), in Studien wurde das Ausmaß unbezahlter Praktika dargestellt (siehe Beitrag vom 05.02.), mediale Aufmerksamkeit wurde auch durch Demonstrationen oder die knapp gescheiterte Wahl des Begriffs “Generation Praktikum” zum Wort des Jahres 06 erreicht (zeit.de, n-tv.de, handelsblatt.com) . Auch im Bundestag wurde debattiert – die Aussicht auf Verbesserung wird jedoch zumindest von spiegel-online.de eher gering eingeschätzt .

(Kommentar:) Angesichts einer dominierenden Ideologie, nach deren Vorstellung man nur alles den Gesetzen des Marktes überlassen müsse, können auch beste Argumente für politische Interventionen nur wenig Wirkung entfalten, wenn sie wirtschaftlichen Interessen widersprechen. Umso stärker könnten vielleicht bei der Verbesserung der Situation von Praktikanten ausgerechnet betriebswirtschaftliche Einwände wie die des Saarbrücker Professors ins Gewicht fallen. Auch wenn es so wohl nicht gemeint war…

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