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AStA kritisiert psychologische Beratung

An dieser Stelle wollen wir euch über die Kritik des AStA an der Vergabepraxis der Fachhochschule und an dem Vorhaben informieren, dass die psychologische Beratung der Fachhochschule in Zukunft ausschließlich durch konfessionelle Träger durchgeführt werden soll.

Die Fachhochschule bietet seit ca. einem Jahr in Steinfurt nach eigenen Angaben erfolgreich eine psychologische Beratung an. Das begrüßt der AStA von Prinzip her. Problematisch ist das Vorhaben, die Beratung in Münster ebenfalls durch das EFL in Münster in Trägerschaft des Bistum Münster anzubieten. Genau diesen Punkt kritisiert der AStA heftig. Eine konfessionelle Trägerschaft stellt für viele Studierende eine unüberwindbare Hürde dar. Von dieser sind nicht nur Studierende mit einem nicht-christlichem religiösen Hintergrund betroffen. Ein solches Angebot muss für alle Studierenden gleichermaßen zugängig sein! Da hilft es auch nicht, wie in einem Presseartikel in der Westfälischen Nachrichten zu lesen ist, dass die Beratung zwar zum Teil von Theologen durchgeführt wird, die in dieser Beratungsfunktion aber ausdrücklich nur in ihrer zweiten Tätigkeit als Psychologen agieren. In diesem Sinne ist wohl auch der Hinweis auf die Konfessionsungebundenheit der Beratung eine Farce. Auch die Möglichkeit für Steinfurter FH-Studierende eine auf Studienproblematiken spezialisierte konfessionslose Beratung zumindest in Münster wahrnehmen zu können wird ausgeschlossen.

Bereits seit Januar hat der AStA die Fachhochschule mehrfach schriftlich auf die Problematik hingewiesen. Wie uns nun mitgeteilt wurde und auch in dem Zeitungsartikel zu lesen ist, hat die Fachhochschule es nicht einmal für nötig empfunden, Angebote weiterer Träger einzuholen und zu überprüfen, ob auch andere Träger ein gleich- oder höherwertiges Angebot vorhalten können. Diese Praxis finden wir erschütternd. So scheinen betriebswirtschaftliche Gründe und die “guten Erfahrungen” für die Vergabe mehr Relevanz zu haben als die Kenntnis darüber, dass dieses Angebot für einige Studierende ein Ausschlusskriterium darstellt. An dieser Stelle soll für alle der Hinweis erfolgen, dass die Fachhochschule über ein [Beschwerdegremium] verfügt, welches unkompliziert per Email zu erreichen ist.

Wir werden uns im Sinne aller Studiernden der Fachhochschule weiter mit dem Problem auseinander setzen. Lesenswert sind auch die folgenden Zeitungsberichte:

[http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/hochschule/1308469_Lebensberatung_nur_konfessionell.html]
[http://www.echo-muenster.de/node/62077]

(.sopo)

2 Kommentare

  • Von Simon, 29. April 2010 @ 20:15

    Man mag mir Kurzsichtigkeit oder mangelndes Einfühlungsvermögen vorwerfen, doch kann ich persönlich dieses “Problem” der konfessionellen Trägerschaft nicht so sehr nachvollziehen. Weswegen stellt dies für viele (wie viele überhaupt?) Studenten eine unüberwindbare Hürde dar? Welche konkreten und berechtigten Sorgen gibt es durch das E im “EFL”?
    Mir persönlich hat bisher jedenfalls noch niemand trifftige Gründe genannt, warum ein Psychologe einer evangelischen/katholischen/o.a. Beratungsstelle schlechter sein soll als einer ohne Konfession. Oftmals gab es vielmehr nur unbestimmte Sorgen und Zweifel, weil das “irgendwie Kirche” ist. Scheinbar ist häufig das eigentliche Problem weniger die Konfession der beratenden Person als vielmehr die Vorstellungen oder Vorurteile der zu beratenden Person.
    Sicher ist es nicht verkehrt, verschiedene Beratungsmöglichkeiten zu wünschen, stellt ja eben jeder eigene, bestimmte Voraussetzungen. Trotzdem scheint mir allgemein bei einigen Menschen eine recht form- und haltlose Sorge vor konfessionsgetragener Beratung gegenwärtig zu sein. Eine Sorge, die ich u.a. aus eigener Erfahrung, nicht teilen kann.

    Freundlichen Gruß

    [Antwort]

  • Von Maximilian, 30. April 2010 @ 11:14

    Aus sehr vielen Gründen, Simon.
    Ich persönlich würde auch von einer Beratung durch eine konfessionelle Beratungsstelle Abstand nehmen.

    Es geht hier ja nicht nur um Leute, die von “Haus aus” anderen Religionen angehören, sondern auch um solche, die sich unter großen Anstrengungen aus ihrer christl. Vorprägung gelöst haben, und jetzt keine Berührungspunkte mit der Kriche wollen. In diesem speziellen Fall spreche ich von mir.

    Ich traue einem Psychologen, der ja auch nur Mensch ist, einfach nicht zu derart scharf zwischen zwei Berufungen zu trennen, die ihn als Menschen insgesamt ausmachen.

    Außerdem ist mir das christliche Menschenbild suspekt. Jemandem der fest davon überzeugt ist das im “nächsten Leben” alles besser wird, und das nicht jeder selbst für sein Schicksal verantwortlich sei, traue ich schlichtweg nicht zu mich meinen Bedürfnissen entsprechend zu beraten.

    [Antwort]

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